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Ratgeber Digitaler Nachlass

Der digitale Nachlass beginnt in der Wohnung – nicht im Internet

Torsten SchmitzStand: Juli 20266 Min. Lesezeit

Viele Angehörige suchen nach dem Todesfall sofort nach Online-Konten, Passwörtern oder Kryptowährungen. Dabei Ă¼bersehen sie den wichtigsten Punkt: Der Zugang zum digitalen Nachlass beginnt fast immer mit einem Smartphone, einem Laptop oder einem kleinen Zettel in einer Schublade. Gehen diese Dinge bei einer vorschnellen Haushaltsauflösung verloren, sind E-Mail-Konten, Fotos, Online-Banking oder sogar Kryptowährungen dauerhaft weg.

Was ist Nachlasssicherung?

Die meisten Menschen denken: digitaler Nachlass = online. In Wahrheit beginnt er in der Wohnung. Denn alles, was den Zugang Ă¼berhaupt erst möglich macht, ist ein Gegenstand:

  • Smartphone (oft der Zugang zu allem Ă¼ber 2FA)
  • Laptop und Tablet
  • Hardware-Wallet (Ledger, Trezor)
  • Passwortzettel und NotizbĂ¼cher
  • Seed-Phrase-Backups (24 Wörter auf Papier oder Metall)
  • USB-Sticks und externe Festplatten
  • TAN-Generator und Bankkarten
  • SIM-Karte (fĂ¼r die 2-Faktor-Freigabe)
  • Router-Zugangsdaten

Gehen diese Gegenstände verloren oder landen im Container, ist der digitale Nachlass verloren – egal, was online noch existiert. Deshalb beginnt die Sicherung nicht am Computer, sondern bei der ersten Begehung der Wohnung.

Warum der digitale Nachlass so oft verloren geht

1. Ohne das Gerät kein Zugang

Ein Sparbuch finden Sie in der Schublade. Aber ein Wallet ohne Seed-Phrase, ein E-Mail-Konto ohne Passwort? Unsichtbar – es sei denn, das Smartphone oder der Zettel taucht auf.

2. Accounts laufen einfach weiter

Abos kosten weiter Geld. E-Mails laufen weiter ein. Social-Media-Profile bleiben öffentlich. Ohne Zugang können Erben nichts stoppen.

3. Anbieter mauern

Jeder Anbieter hat eigene Regeln fĂ¼r den Todesfall. Manche kooperieren mit Erbschein, manche verlangen GerichtsbeschlĂ¼sse, manche geben gar nichts heraus.

4. Bitcoin verschwindet nicht aus der Blockchain – sondern aus der Wohnung

Kryptowährungen sind technisch immer da. Verloren geht nur der Zugang: der Ledger, die Seed-Phrase, das Backup, das Passwort. Und genau diese Gegenstände liegen in der Wohnung – bis jemand die Wohnung räumt.

Die ersten Schritte nach dem Todesfall

  1. 01

    Geräte sichern, nicht zurĂ¼cksetzen

    Smartphone, Laptop, Tablet: Nicht ausschalten, nicht zurĂ¼cksetzen, nicht bei Apple/Google abmelden. Viele Geräte sind biometrisch gesperrt (Fingerabdruck, Face ID). Nach dem Neustart funktioniert nur noch das Passwort.

  2. 02

    Passwort-Manager suchen

    Wenn der Verstorbene einen Passwort-Manager nutzte (1Password, LastPass, Bitwarden, KeePass), ist das der SchlĂ¼ssel zu allem. Suchen Sie auf dem Computer/Smartphone (installierte Apps), in der Wohnung (Master-Passwort oft auf Zettel notiert) und im Browser (gespeicherte Passwörter unter Einstellungen).

  3. 03

    E-Mail-Zugang herstellen

    Das E-Mail-Konto ist das HerzstĂ¼ck. Wer Zugang zur E-Mail hat, kann bei fast allen Diensten das Passwort zurĂ¼cksetzen. Priorität Nummer 1.

  4. 04

    KontoauszĂ¼ge prĂ¼fen

    KontoauszĂ¼ge zeigen, welche Abos und Dienste bezahlt wurden. So finden Sie Konten, von denen Sie nichts wussten.

  5. 05

    Physische Hinweise in der Wohnung

    Bei der Begehung der Wohnung finden sich oft: Notizzettel mit Passwörtern, Hardware-Wallets (USB-Sticks, Ledger), Seed-Phrase-Backups (24 Wörter auf Papier oder Metall), Unterlagen von Krypto-Börsen (Coinbase, Binance) und SIM-Karten (fĂ¼r 2FA).

Genau hier setzt NachlassBlick24 an

Wir löschen keine Facebook-Konten. Wir finden den SchlĂ¼ssel zum digitalen Nachlass – dort, wo er liegt: in der Wohnung. Bei unserer dokumentierten Begehung sichern wir jeden digitalen Fundort:

  • Laptops, Smartphones, Tablets (Standort, Zustand, geladen?)
  • USB-Sticks und externe Festplatten
  • Notizzettel mit Passwörtern oder Codes
  • Hardware-Wallets und Seed-Phrase-Backups
  • Briefe von Online-Diensten, Banken, Krypto-Börsen
  • SIM-Karten und Router-Zugangsdaten

Diese Gegenstände werden gesichert und dem Auftraggeber Ă¼bergeben. Wir öffnen keine Geräte und greifen auf keine Konten zu – aber wir stellen sicher, dass der SchlĂ¼ssel zum digitalen Nachlass nicht im Container landet.

Vorsorge: Was Sie jetzt schon tun können

Passwort-Manager einrichten

und Master-Passwort sicher hinterlegen

Notfallkontakt definieren

bei Google, Apple und Facebook

Digitales Erbe regeln

in der Vorsorgevollmacht erwähnen

Seed-Phrases fĂ¼r Krypto

an separatem Ort hinterlegen (BankschlieĂŸfach)

Liste aller Konten fĂ¼hren

muss nicht Passwörter enthalten, nur Dienste

Häufige Fragen

Facebook bietet zwei Optionen: Gedenkzustand (Profil bleibt, wird als "In Erinnerung" markiert) oder Löschung (auf Anfrage mit Sterbeurkunde). Instagram, Google und andere haben ähnliche Prozesse.

Grundsätzlich ja (BGH-Urteil 2018): Erben treten in den Vertrag mit dem E-Mail-Anbieter ein und haben Anspruch auf Zugang. In der Praxis kooperieren manche Anbieter (Google) besser als andere.

Ja, sie gehören zum Nachlass. Aber ohne ZugriffsschlĂ¼ssel sind sie faktisch verloren. Das ist kein rechtliches Problem, sondern ein technisches.

Die Coins bleiben in der Blockchain – sie verschwinden nie. Verloren geht der Zugang: Ledger, Seed-Phrase, Backup, Passwort. Wird die Wohnung geräumt, bevor diese Gegenstände gesichert sind, ist das Vermögen faktisch weg. Deshalb ist die dokumentierte Begehung so wichtig.

24h

Bei der Wohnungsbegehung finden wir die SchlĂ¼ssel zum digitalen Leben.

NachlassBlick24 dokumentiert und sichert alles, was in der Wohnung liegt – auch Passwörter, Hardware-Wallets und SIM-Karten. Wir öffnen keine Geräte, aber wir stellen sicher, dass nichts verloren geht.